Leben mit Morbus Parkinson
Mit den richtigen Behandlungsstrategien und durch Anpassungen des Alltags können Parkinson-Patienten ein aktives und erfülltes Leben führen.
Sport
Aktiv bleiben ist wichtig, um mit der Erkrankung bestmöglich zurechtzukommen. Es hat sich gezeigt, dass Bewegung zusätzlich zu ihren Vorteilen für den Körper auch einen positiven Einfluss auf die Stimmungslage hat. Spazieren zu gehen ist eine gute Möglichkeit, den Körper in guter Verfassung und den Geist wach zu halten. Physiotherapeuten sind Experten bei der Entwicklung eines individuellen Übungsplans, der auch die Bewegung unterstützen und die Steifigkeit lindern kann.
Hobbys
Es ist wichtig, angenehme Tätigkeiten fortzuführen und weiter am sozialen Leben teilzuhaben. Die Symptome des Morbus Parkinson könnten Sie daran hindern, einige Ihrer früheren Hobbys wieder aufzunehmen, Sie sollten jedoch die Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen, so weit wie möglich beibehalten. So können Patienten, die gerne reisen, dies weiterhin genießen, wenn sie ihren Alltag entsprechend anpassen. Beispielsweise, indem sie regelmäßig Pausen einlegen und sicherstellen, dass ihre Parkinson-Medikamente jederzeit verfügbar sind, insbesondere am Zielort – unabhängig von jeglicher Gepäckverspätung.
Ernährung
Für Parkinson-Patienten ist es wichtig, eine gesunde und ausgewogene Ernährung beizubehalten. Eine ballaststoffreiche Ernährung und Trinken von viel Wasser kann die Obstipation lindern, die häufig mit der Erkrankung verbunden ist. Wenn Sie Levodopa verordnet bekommen haben, versuchen Sie außerdem, Ihre Tabletten nicht gleichzeitig mit Lebensmitteln einzunehmen, die Fleisch, Fisch, Eier oder Käse enthalten. Wegen des hohen Proteingehalts muss die Aufnahme dieser Lebensmittel über den Tag sorgfältig geplant werden, sie müssen jedoch nicht vollständig vermieden werden. Es kann sinnvoll sein, einen Ernährungsberater aufzusuchen, um einen Expertenrat zu Ihrer Ernährung einzuholen. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie einen Gewichtsverlust befürchten.
Lebensweise
Obwohl einige tägliche Aufgaben eventuell schwieriger werden, ist es wichtig, sich eine positive Grundhaltung zu bewahren, um Ihren eigenen Weg zu finden, den Herausforderungen zu begegnen. Durch eine Anpassung der Alltagsroutine können sich Parkinson-Patienten auf die langsameren Bewegungen einstellen. So kann das Auf- und Zuknöpfen von Kleidung beispielsweise erleichtert werden, wenn man sich mehr Zeit nimmt, sich dabei hinsetzt und die Arme auf Lehnen abstützt. Es kann auch hilfreich sein, sich leichter anziehbare Kleidung auszusuchen. Auch ein Besuch beim Ergotherapeuten kann Ihnen wertvolle Informationen zur Erhaltung Ihrer Lebensweise gemäß Ihrer persönlichen Bedürfnisse liefern.
Auto fahren
Langsamkeit und Steifigkeit können mit der Zeit Ihre Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Ruhetremor beeinflusst die Fahrtüchtigkeit normalerweise nicht. Wenn die Erkrankung voranschreitet, können fluktuierende (schwankende) Symptome und unfreiwillige Bewegungen Ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Sie sollten dies mit Ihrem Arzt besprechen.
Schlaf
Schlafprobleme sind bei Parkinson-Patienten recht häufig. Sie können auf Steifigkeit, Schmerzen, vermehrten Harndrang oder nächtliches Aufwachen mit depressiver Verstimmung zurückzuführen sein. Zudem beeinträchtigen einige Medikamente die Fähigkeit zu schlafen. Es ist eine gute Idee, dies mit Ihrem Arzt zu besprechen, der Ihnen womöglich einfache Lösungen vorschlagen kann. Wenn Sie beispielsweise Probleme beim Umdrehen im Bett haben, können Ihnen Laken mit weniger Reibung (Seide oder Satin) helfen. Außerdem sollte das Trinken von Kaffee, Tee oder Alkohol am Abend eingeschränkt werden. Im Bett zu lesen oder ins Bett zu gehen, wenn Sie müde sind, kann das Einschlafen erleichtern.
Arbeit
Die Diagnose Morbus Parkinson hindert Sie nicht unbedingt an der
Ausübung Ihres Berufs. Es müssen jedoch eventuell einige Anpassungen
vorgenommen werden. Es kann für Sie beispielsweise hilfreich sein, einen
Arbeitsplan zu erstellen, der es Ihnen ermöglicht, schwierigere
Aufgaben in Phasen mit viel Energie und guter Beweglichkeit
durchzuführen. Bei Schreibproblemen könnten Sie zum Beispiel einen
Computer benutzen, anstatt mit der Hand zu schreiben. Um sich ein
effektives Arbeitsleben aufrecht zu erhalten, sollten Sie mehr Zeit für
jede Aufgabe einplanen, regelmäßige Pausen einlegen und den Rat eines
Ergotherapeuten einholen. Vor allem sollten Sie auf Ihren eigenen Körper
hören.
Unterstützung durch Freunde und Familie
Freunde und Familie bilden für jeden Parkinson-Patienten ein wichtiges Netzwerk. Diese Menschen sind sich eventuell nicht immer der unauffälligeren Zeichen der Erkrankung bewusst, deshalb kann der offene Dialog ihnen dabei helfen, Ihr Befinden zu verstehen. Denken Sie daran, dass Ihre Lieben auch einige Zeit für sich selbst benötigen, um Kraft zu tanken und Sie unterstützen zu können.

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